Neue Browser-Funktionen fordern Affiliate-Branche heraus

September5

Im Browser-Markt ist derzeit richtig Bewegung. Knapp 6 Wochen nach dem Guinnes-Weltrekord der Mozilla Foundation für die meisten Software-Downloads innerhalb von 24 Stunden am Einführungstag des Browsers „Firefox 3“ (8.002.530 Downloads), bringt überraschend der Branchenriese Google seinen eigenen Browser, „Google Chrome“, auf den Markt. Damit kommt Google dem IT-Marktführer Microsoft zuvor, der mit der Veröffentlichung des neuen „Internet Explorers 8.0“ gegen Ende des Jahres für neue Maßstäbe auf dem Browser-Markt sorgen wollte. Brisant ist dabei nicht nur, dass Google mit der Veröffentlichung seines Browsers dem Softwaregiganten Microsoft zuvorkommt, sondern vor allem, dass die Nummer 2 der weltweiten IT-Unternehmen mit der Bereitstellung von „Google Chrome“ in die klar von Microsoft beherrschte Domäne der Internet-Browser eindringt und somit einen weiteren Angriff auf den „Platz an der IT-Sonne“ startet.

Um der nicht ganz unbegründeten Befürchtung, dass Google mit der Neueinführung eines eigenen Browsers seiner Sammelleidenschaft nach Informationen über das Userverhalten im Internet weiter nachgehe, die Luft aus den Segeln zu nehmen, wird von dem Unternehmen behauptet, dass dem Datenschutz bei „Google Chrome“ ein hoher Stellenwert eingeräumt werde. Deshalb verfüge der Browser auch über eine so genannte „Inkognito“-Funktion, die es dem Nutzer erlaubt, sich im Internet zu bewegen ohne dabei Spuren zu hinterlassen.

An dieser Stelle kommen wir nun zu einem entscheidenden Punkt, der zu einem großen Problem für die gesamte Affiliate-Branche werden kann. Die Inkognito-Funktion des Google-Browsers sorgt nämlich dafür, dass Cookies nur für die Laufzeit einer Session gespeichert werden. Mit Beendigung einer Session werden die Cookies wieder gelöscht. Für Publisher und vor allem die Affiliate-Netzwerke bedeutet dies, dass die Einnahmen stark zurückgehen könnten. Denn wenn ein Internet-Nutzer nicht innerhalb einer Session, in der ihm ein Partnerprogramm-Cookie übergeben wurde, einen Lead oder Sale generiert, sich später jedoch dort z.B. für die Ãœbermittlung von persönlichen Daten oder einen Einkauf entschließt, wird diese Conversion nicht vom Affiliate-Netzwerk getrackt. Das bedeutet, dass für diesen Lead oder Sale weder der Publisher noch das Affiliate-Netzwerk eine Provision erhält.

Noch verschärft wird diese Cookie-Tracking-Problematik für die Affiliate-Branche durch die Ankündigung von Microsoft, im kommenden „Internet Explorer 8.0“ eine vergleichbare, so genannte „In-Private“-Funktion integrieren zu wollen, die ebenfalls alle Daten (Cookies, Verlauf, Besuchte Seiten, Suchanfragen, Passwörter, etc.) die normalerweise gespeichert werden würden, nach dem Beenden einer Session wieder löscht.

Wenn man bedenkt, dass der „Internet Explorer“ in Deutschland einen Marktanteil von mehr als 58% hat (weltweit sogar 77%) und „Google Chrome“ es auf Anhieb neben dem „Explorer“ und Mozillas „Firefox“ in die Top 3 geschafft hat, sind die Affiliate-Netzwerke gefordert, schnellstmöglich eine Lösung finden, um auch ohne die Verwendung von Cookies Umsätze messen zu können.

Auf Nachfrage beim technischen Support verschiedener Affiliate-Netzwerke wird dieser Cookie-Tracking-Problematik durch die neuen Browser-Funktionen jedoch gelassen entgegen gesehen. Es sei erst einmal abzuwarten, inwieweit die neuen Browser-Funktionen genutzt würden. Denn mit der Aktivierung dieser Funktionen seien auch weitere Einschränkungen verbunden, wie z.B. die Speicherung der Surfhistorie oder der Kennwörter. Und darauf wolle die Mehrheit der User sicher nicht verzichten. Diese Funktionen seien eher von Interesse, wenn man beispielsweise im Internet-Café seine E-Mails abrufe oder zum Geburtstag der Ehefrau etwas im Internet bestelle.

In Zeiten, in denen sich der illegale Datenhandel ausweitet und der Datenschutz immer weiter abgebaut wird, bleibt es sicherlich spannend diese Entwicklung weiter zu verfolgen.

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