Urheberrecht – Copyright für Bilder und Texte

September5

Grundsätzlich sind alle Werke, natürlich auch Bilder und Texte, durch das Urheberrecht geschützt. Hierfür ist es auch nicht erforderlich, gesondert darauf hinzuweisen, ein Copyright-Symbol oder einen entsprechenden Hinweis zu setzen, der Schutz wirkt automatisch ab dem Moment der Erstellung des Dokumentes und schützt ein Werk für seinen Urheber. In Zeiten von Copy & Paste werden die Urheberrechtsverletzungen immer zahlreicher, gleichzeitig steigt aber auch die Zahl durchgesetzter Abmahnungen und Schadenersatzzahlungen.

Abmahnungen und Unterlassungserklärungen

Wird ein Verstoß gegen das Urheberrecht festgestellt, ist die gängige Praxis z.Zt., dass eine Abmahnung mit angehängter Unterlassungserklärung verschickt wird. Meistens wird in der Abmahnung bereits ein Streitwert genannt, der sich nach Art, Anzahl und Dauer der rechtswidrigen Nutzung orientiert. Ordnungsgemäße Abmahnungen dokumentieren sehr genau die rechtswidrige Nutzung, u.a. mit Hilfe von Screenshots und Protokollen über die Art und Dauer der Nutzung.

Ist die Abmahnung gerechtfertigt, hilft zumeist nur noch der direkte Kontakt mit dem Urheber oder dessen Rechtsvertreter und ein Vergleichsangebot, um die Streitsumme und eine gerichtliche Auseinandersetzung mit erheblichen Folgekosten zu vermeiden. Hier lässt sich der zu zahlende Schadensersatz häufig erheblich senken, nicht selten auf einen Bruchteil der ursprünglichen Forderung.

Eine ungerechtfertigte Abmahnung ist leider sehr viel häufiger der Fall und wird viel zu häufig aus mangelnder Sachkenntnis akzeptiert. Besonders bei beschreibenden Texten und Grafiken ist der Graubereich sehr groß und die Beweisführung entsprechend schwierig und aufwändig, so dass sich evtl. ein Wiederspruch durchaus lohnt. Denn häufig wird das Mittel der Abmahnung auch genutzt, um die ungeliebte Konkurrenz einzuschüchtern oder direkt zu schädigen.

Unbedingt beachtet werden sollte, dass eine unterschriebene Unterlassungserklärung als Schuldanerkenntnis gewertet wird, das ist besonders bei Abmahnungen ohne konkrete Forderung ein beliebtes Mittel, um anschließend gerichtlich Schadenersatz einzufordern. Solche Schadenersatz-Prozesse können ein Unternehmen oder eine Privatperson schnell in die Insolvenz treiben. Bei ungerechtfertigten oder unklaren Abmahnungen sollte unbedingt ein Rechtsbeistand hinzugezogen werden.

Bilder und Texte aus Wikipedia

Ein Sonderfall sind Bilder und Texte aus der Wikipedia oder ähnlichen Werken, die unter verschiedenen Lizenzen wie GNU oder Creative Commons veröffentlicht werden. Entgegen der geläufigen Meinung sind diese Dokumente NICHT durchgängig zur freien Verwendung, sondern unterliegen unterschiedlichen Lizenz-Bestimmungen, die vom Urheber selber definiert werden. Vor der Nutzung sollte zwingend die Lizenz genau studiert werden und ggf. fachmännischer Rat eingeholt werden, da selbst kleinste Verstöße bereits eine Abmahnung zur Folge haben und sehr teuer werden können.

Fazit

Die einfachste und beste Möglichkeit, sich vor etwaigen Urheberrechts-Streitigkeiten zu schützen, besteht darin, den Urheber zu kontaktieren und sich schriftlich die Einwilligung zur Nutzung einzuholen – oder eigene Werke zu verwenden!

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Über den Autoren:

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Als Mitglied der Geschäftsführung berät und coacht Andreas Horn seit sieben Jahren Unternehmen und Führungskräfte als Fachberater für Suchmaschinenoptimierung, Google Adwords und Affiliate-Marketing.
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