Finanzkrise = Webkrise?

Oktober30

Es vergeht derzeit kaum ein Tag an dem es nicht neue Schreckensnachrichten von der Finanzkrisenfront zu lesen gibt. Wertverluste hier, Insolvenzen dort und zwischen Rettungspaketen und politischen Beruhigungsversuchen steht die Frage, welche Kreise wird das globale Finanzchaos noch ziehen?

Fakt ist, dass längst Arbeitsplätze verschiedener Branchen (z.B. Autoindustrie) in Gefahr und ganze Firmen vom finanziellen Untergang bedroht sind. Doch wie steht es um den Wirtschaftssektor Internet?

In der Welt der Blogger blieb es in jüngster Zeit noch erstaunlich ruhig, obgleich es bereits konkrete Vorstellungen von den Auswirkungen auf den Online-Markt gibt. Vielleicht liegt das aber auch einfach daran, dass man sich noch nicht einig ist, ob die Finanzkrise nun Fluch oder Segen für die Branche zu bedeuten hat. Denn in der Tat halten sich Risiken und Chancen in etwa die Waage.

Einerseits sind krisentypische Erscheinungen wie sinkende Marketingbudgets, rückläufige Kaufkraft in Folge steigender Arbeitslosigkeit und erschwerte Risikokapitalbeschaffung für Startup-Unternehmen regelrecht Sand im Getriebe des Online-Marktes.
Eine daraus folgende Stagnation der Internetwirtschaft würde wiederum bedeuten, dass Investoren sich mehr und mehr zurückhalten, was für Web-Unternehmen, die nach dem initialen Investment auf weitere Finanzspritzen hoffen bis sie auf eigenen Beinen stehen können, der Todesstoß sein könnte. Und das obwohl sie vielleicht einen vielversprechenden Start hingelegt haben. Ein erneutes Branchenbeben wie 2001 könnte viele vermeintlich sichere Unternehmen ins Schwanken bringen.

Andererseits könnte auch das genaue Gegenteil eintreten. Der Bereich Online-Werbung erwächst zusehends zur drittgrößten Kraft im Mediamix nach Print und TV. Nach Ansicht von Experten würden Unternehmen bei schwächelnder Konjunktur einen größeren Teil ihrer Etats von anderen Werbebereichen in den WEB-Bereich umschichten. Gründe dafür gebe es schließlich genügend. Die wichtigsten sind jedoch das sichere Erreichen der relevanten Zielgruppen, welche ohnehin mehr und mehr Zeit im Netz verbringen, und die extreme Messgenauigkeit von Werbeerfolgen und den daraus folgenden Optimierungsmöglichkeiten. Man könnte sogar spekulieren, dass Menschen die durch die Umstände der Finanzkrise zum Sparen gezwungen sein werden, ihre üblichen Freizeitbeschäftigungen einschränken und somit ebenfalls mehr Zeit im Internet verbringen werden. Das würde sogar noch ein Anwachsen der Zielgruppen bedeuten, also ein gesteigertes Potential mit gezieltem Marketing die Werbebotschaften individuell platzieren zu können.

Aber egal wie sich die Finanzkrise letztendlich auf den Online-Bereich auswirken wird, sicher ist, es wird Veränderungen geben. Man sollte wohl aber vorerst gelassen bleiben, denn die Wachstumsbranche Internet hat mit ihrem gewaltigen Potential für große und kleine Unternehmen der wirtschaftlichen Flaute mit Sicherheit mehr entgegenzusetzen als andere Branchen.

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