Erste Hilfe bei einer Abmahnung

Juni12

Ein rechtlicher Verstoß kann im E-Commerce schnell zu einer kostenpflichtigen Abmahnung führen. Denn der Abmahner wird in der Regel immer auf den Erstaz der Kosten des von ihm eingeschalteten Anwalts verlangen. Dabei kommen bei den im Wettbewerbsrecht üblichen hohen Streitkosten rasch Kosten in Höhe von 500 bis 2500 Euro zusammenkommen.

Wer eine Abmahnung erhalten hat, sollte als Erstes einen kühlen Kopf bewahren und sich die Abmahnung erst einmal vollständig (ggf. mehrmals) und in aller Ruhe durchlesen.
Denn oft versteht man angesichts der komplizierten Juristensprache häufig erst beim zweiten Mal, was einem eigentlich vorgeworfen wird.

Ein vorschnelles Löschen oder Entfernen der vermeindlich rechtswidrigen Inhalte von der Website bringt dabei nichts. Dafür ist es ohnehin zu spät. Zum einen kann die Abmahung hierdurch nicht rückgängig gemacht werden und zum anderen kann sich der von Ihnen eingeschaltete Anwalt kein Bild von den konkreten Vorwürfen machen, wenn die Seiten offline sind.

Die Frage, ob die Abmahnung zu Recht erfolgte, kann ohne spezialisierten juristischen Sachverstand in den meisten Fällen nicht beurteilt werden. Lassen Sie sich daher professionell beraten und suchen sie einen auf das Internet- und Wettbewerbsrecht spezialisierten Rechtsanwalt auf, da ein generischer Anwalt oft nur noch weitere Kosten verursacht.

Lassen Sie die Abmahung jedoch keinesfalls in irgendeiner Schublade verschwinden. Denn nach Ablauf der mit der Abmahung gesetzten Frist besteht für den Abmahner die Möglichkeit, sofort eine einstweilige Verfügung zu erwirken, die die Sache noch teurer macht. Dadurch entstehen nämlich weitere Gerichts- und Anwaltskosten, die sich durch eine zeitnahe Reaktion auf die Abmahnung vermeiden lassen.

Entscheiden Sie in Ruhe, ob Sie einen eigenen Anwalt konsultieren oder eine Unterlassungserklärung abgeben sollte. Doch auch die vorgegebene Unterlassungserklärung sollte nicht ungeprüft unterschrieben werden. Denn diese sind vom Abmahner oft zu weitgehend formuliert und können rechtlich nachteilige Formulierungen für den Abgemahnten enthalten.

Vorbeugen ist besser.

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