Junior-Consorten auf Klassenreise

Oktober7

Das schönste an der Schule sind ja bekanntlich die Pausen, oder eine Klassenre
ise. Das ändert sich auch in der Berufsschule nicht wirklich. In der Vorbereitungsphase gab es schon ein paar Einschränkungen seitens des Lehrers, somit war London aus dem Rennen. Er fliegt nicht. Zur Auswahl stand dann, neben ein paar deutschen Städten, noch Amsterdam! Da war natürlich sofort klar in welche europäische Metropole die Reise gehen sollte. Berlin kennt man ja auch schon.

Also trafen sich am Montag, 19.9. gegen 10:30 Uhr dann 25 Marketing-Azubis am Hauptbahnhof. Bepackt mit Koffern, Rucksäcken und großen Erwartungen. Anbei ein Lehrer mit viel Hoffnung. Wir sollten alle nicht enttäuscht werden. Aber erst mal mussten wir alle und alles in den Zug bekommen. Reservierte Plätze suchen, Koffer verstauen, Sitzordnung klären, gemeinsam ein Kreuzworträtselheft lösen und kaum 5 Std später waren wir in Amsterdam. Goedendag!20160920_144609

Da es natürlich nicht um eine reine „Vergnügungsfahrt“ ging, sondern eine Studienreise, waren auch vier Agenturbesuche eingeplant. Am Dienstag starteten wir dann pünktlich bei FCB Amsterdam, anschließend ging es zu Wieden&
Kennedy und den Abschluss des Tages bildete der Besuch bei KesselsKramer. Für Donnerstag war dann ein Ausflug zu DDB geplant. Die Idee dahinter war natürlich einen Eindruck der verschiedenen Agenturtypen zu vermitteln. Große internationale Netzwerkagenturen, kleine Netzwerke und Inhabergeführte Agenturen. Für uns Azubis war es natürlich spannend zu sehen, wie dort gearbeitet wird. Die Hierarchien, die Arbeitsbedingungen, der Dresscode und der Workflow unterscheiden sich ja je nach Agentur.

Besonders auffällig war dabei das Zuhause von KesselsKramer. Es befindet sich in einer ehemaligen Kirche und ähnelt eher einem Spielplatz für Erwachsene, als einem Büro. Wir wurden in einem Seitenraum empfangen, der zu damaligen Zeiten vermutlich als Aufenthaltsraum für die Nonnen genutzt wurde. Jetzt saßen wir Hamburger plötzlich dort, versorgten uns mit bereitgestelltem Kaffee oder Säften. Naschten ein paar Kekse und warteten gespannt auf die Präsentation. Wie bisher bei den anderen Agenturen auch, wurde uns ein kompetenter Gesprächspartner bereitgestellt. In diesem Fall sprach er sogar deutsch und stellte selbst die Vermutung an das er das wohl genau aus dem Grund machen darf. In der darauf folgenden Stunde erzählte er uns etwas über die Gründung der Agentur durch Erik Kessels und Johan Kramer vor 20 Jahren und den Umzug in die20160920_175757se ungewöhnliche Location. Die letzten spannenden Projekte wurden uns gezeigt und hinterließen Eindruck. Es gehört schon Mut dazu ein Hotel als das schlechteste der Welt zu bewerben, aber bei Hans Brinker hat es funktioniert. Uns wurde klar das Werbung nicht immer strahlend und informativ sein muss. Humor geht auch. In Deutschland gibt es nur noch zu wenig Kunden, die da mitmachen. Manchmal reicht ein Plakat oder ein Flyer nicht, es sogar ganz ohne. Im Rahmen einer Abfall-Kampagne an Schulen konnten sich die Mitarbeiter voll austoben. Es wurden verschiedene Hindernisse an den Papierkörben entwickelt um den Ehrgeiz der Kinder zu wecken ihren Müll dann doch einzuwerfen. Das sollte es überall geben! Grundlegend sind alle Kampagnen mit einer Prise Witz versehen, Zweideutigkeiten und diesem besonderen Etwas.

Etwas skurril, aber durchaus witzig sind auch die zahlreichen Bildbände die von der Agentur mittlerweile veröffentlicht werden. Werbung alleine reicht den Kreativen nicht mehr, neben den Publikationen gibt es auch eine Galerie und wechselnde Ausstellungen. Ein sehr spezielles „Highlight“ kann hier wegen der Jugendfreigabe nicht erläutert werden. Googelt selbst 😉

 

Dann mal ab auf den Spielplatz hieß es zum Ende der Präsentation und wir durften in die Kirche/das Büro. Eingerichtet wie das Småland bei IKEA mit Kunstrasen, Plastikhecke als Raumtrenner und einem etwa sechs Meter hohen Rettungswärterhäuschen wirkte dieses Büro sehr verlockend. Überall gab es kleine Details zu entdecken, die den Kreativen als Denkanstöße dienen. Oder auch an sch20160920_175746lechte Ideen erinnern sollten. Dort wo vor der Orgel früher Sitzplätze waren, stehen nun Schreibtische und bieten einen grandiosen Blick auf den Altar und die bunten Glasfenster. Eine kleine Schar künstliches Entenküken stehen auf einem Zwischendach und sind nur vom Turm aus wirklich gut zu sehen. Plötzlich erschallt laute Musik und prallt an den dicken Wänden der Kirche ab, ein mystisches Echo aus Hip-Hop erfüllt den Raum. Spätestens da wird einem klar das diese Atmosphäre auch seine Nachteile hat. Ich jedenfalls genieße ab und zu auch die Ruhe im Büro. Aber prinzipiell sieht das hier nach viel Spaß bei der Arbeit aus. Laut eigener Aussage auch keine Agentur bei der man so durchgeschleust wird, wie man es ja in Hamburg von zwei oder drei der hippen Agenturen weiß. Hier arbeitet, feiert und lebt man zusammen, wenn man will. In der gemütlichen Küche steht ein Tisch an dem alle gemeinsam zu Mittag essen können. Das Raucherzimmer befindet sich im ehemaligen Pastorat und auch der Zigarrenstummel im Aschenbecher wirkt wie eine Requisite in dieser Umgebung.

Ich denke jetzt ist jedem Azubi klar, wie unterschiedlich Agenturen sein können und das es für jeden Charakter den passenden Arbeitgeber gibt. Natürlich muss man selbst auch etwas auf dem Kasten haben, etwas mitbringen das der Agentur nützen kann. Und dabei kommt es oft nicht auf Noten an, sondern den Menschen dahinter. Aber wer mal auf internationalem Niveau in einer Weltstadt arbeiten möchte, ist hier gut aufgehoben.

 

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